dienstag, 12.01.2016


ich hab nem kühlschrank im zelt. am nächsten montag kommt dann eine gefriertruhe. welch luxus. meiner lieblingswetterseite yr.no aus norwegen zu folge wirds kälter... gestern morgen sollten es zum montag -14 grad in verdun, -10 in dijon und -4 in lyon werden. nachmittags lag die prognose für alle orte bei ca. -8 grad. aber klar richtung süden wirds wärmer. die temperaturen gehen nachts mal runter bis -5 und tags rauf bis 10 grad. so um den dreh. ich messe nicht oft aber ab und an sind mal uhrzeit/thermometer displays in orten. meistens ist es knapp über null. vorm zelt hab ich eine dusche, eiskalt, aber zuverlässig, ich nutze sie ungern. es regnet und regnet und regnet, seit wochen.. krasse regenphase. ich bin schon soviel durch regen gerannt, das ich manchmal einfach pausiere, demonstriere. nicht weiter will bis es endlich aufhört zu regnen. das ganze endet meist im hungerstreik. ich komm mit nem halben liter wasser mal drei zeltnächte weit und fast ohne essen aus. ja manchnal ist das doof. fast kein essen, aber nicht weiterkönnen, bzw. wollen. meine regenklamotten sind undicht. andauernder nieselregen oder platzregen, die nässe kriecht nach drinnen. zuerst am linken knie. auf das bin ich auf dem ersten wandertag zum nordkinn gefallen, löcher im goretex laminat. der sturm hatte mich umgepustet. bis jetzt nicht repariert, denn später wird auch der rest nass, kriecht es woanders durch, z.b. durch die wasser"dichten" reissverschlüsse an der seite. aber nahtband würde zumindest die kleinen löcher stopfen, ja sogar ein tropfen silikon würde reichen. verpeilt. meine "goretex"schuhe aus essen sind ebenfalls seit zwei tagen undicht, vor allem der rechte. in dem steht nach einiger zeit das wasser. unschön. der vorteil an turnschuhen ist, die werden zwar schnell nass, aber das wasser läuft wieder raus. nun, was mach ich wenn ich stunden durch krassen, eiskalten regen renne? singen. dabei krieg ich extrem gute laune... ohne die ginge es nicht. mit ihr, ein kinderspiel. erwachsene springen meist nicht in pfützen rum oder setzten sich rein, kinder mit ihrer lebensfreude lieben es. also lieb ich es auch im regen zu sein. hab ja auch keine andere wahl. der schnee wird mich kriegen, mit nem fahrrad wär ich schneller als er, aber zu fuss mit bei regenwetter immer schwerer werdenem rucksack. dafür geht es nicht mehr so viel berg auf und ab wie in belgien, ist aber immer noch hügelig und kurvig. lange geradeaus? auf autobahnen, etwas kurviger schon grössere strassen. für mich beide auf dauer tabu. fahrradwege gibt es nicht. fussgängerwege in ortschaften. also kleine strassen, wald- und feldwege. schön, aber umwegig. 7000 km werden es locker. ich hab vorher keine strecke ausgearbeitet, ich mache das jeden tag neu und entscheide mich auch öfter am tag mal um. ich weiss nur die nächst grösseren orte, gehe auf mein fünftes siebtel in lyon zu. die franzosen sind unglaublich nett, ja lieb. an kassen werde ich generell vorgelassen. sie laden mich ein und beschenken mich. zu schön. manchmal sprechen sie gar etwas englisch oder deutsch. meist nicht, aber ihre sprache klingt so wunderbar... deutsch und englisch klingt dagegen nach hundegebell. verstehen tuen wir uns irgendwie, mit händen und füssen. zweimal ein halbes jahr französisch in der schule, 1987 und 1997, will ich danke sagen kommt ein hallo. oh man. aber ich lerne die sprache etwas, dafür bin ich lang genug hier. ich hab die letzte zeit ein paarmal geschrieben, ins emailprogramm für den blog. hatte kein netz. ich filme auch wieder mehr. von scheeßel hinter hamburg bis hier 14.577 fotos und filme. vom anfang der reise bis hier locker 50.000 bilder, hab aber keine ahnung wieviel es sind. das uploaden gelingt nicht mehr. in deutschland kaum netz und teuer dazu... jetzt hab ich tolles internet vom französischen anbieter free mobile. 50 gb 4g für 20 euro. günstiger war nur finnland. frankreich hat sonst noch teureres prepaid internet als deutschland, aber free mobile macht den spuk nicht mit. zu gut. leider hab ich nicht überall netz, grad im wald wenn ich etwas zeit für den blog hätte, oft nicht. also dacht ich mir, schluss mit dem krampf. der blog nervt mich seit anbeginn... weil ich ihn besser machen könnte. weniger fotos mehr texte, ab und an einen film. ja das ist mir lange klar. aber für mich schwer zu machen vom handy. mittendrin im geschehen. ich sroll durch die bilderwelten aufm minidisplay. spätestens zuhaus werd ich meine bildspur raushauen. auch die von polen nach braunschweig und die über die alpen usw. am rechner geht das schnell. jetzt dachte ich an 10 bilder pro tag. ich lieg einen monat zurück, also trotzdem viel nachzuholen. in schweden und bremen hat ich mal zwei wochen rückstand. in bremen am pc, einen tag. in schweden, am handy bedeutend länger. jeder tag dauert mindestens anderthalb bis zwei stunden am handy. pro bild so 25 klicks auf dem handy. ein voller tag pro woche, bei riesenkrampf. die texte verschwanden dadurch ganz. alles geht halt nicht. die stimmungen der texte sind natürlich weg, die bilder wären ja trotzdem da. aber auch schreiben aufm handy ist natürlich ein krampf. ein bischen text ne stunde. etwas mehr und fix paar stunden. voller fehler und ohne die möglichkeit richtig am text zu arbeiten. einfach nur hintereinander weg schreiben und das x-mal langsamer als an der tastatur. zehn finger schreiben, ich vermisse dich. meine blutooth tastatur blieb zuhaus. richtig tippen, kann ich nur an meinem laptop am besten ist er an der dockingstation und ich sitz vor tastatur, maus und monitor am tisch auf einem stuhl. träumereien. nächste tour mit laptop, kamera, solarzelle... und dann werd ich davon leben. der regen setzt grad wieder ein, aber ich muss ja mal tippen. ich guck mal was ich von den anderen texten hochlade und ob ich das mit einer reduzierten bildermenge schaffe... ansonsten erstmal fix weiter richtung mittelmeer. gestern morgen nach viel regen beim bäcker, wurde ich auf einen kaffee eingeladen bekam ne führung durch die bäckerei, wurde zum bürgermeister gebracht, er hatte angerufen, ich hatte ihn kurz vorher beim bäcker getroffen und kurz erzählt. dort angekommen gabs frühstück, ich hab geduscht und meine socken gewaschen. eine übernächtung und waschmaschine hab ich nicht angenommen, ich muss voran kommen. aber seine frau hat meine handgewaschenen socken gleich in den trockner getan, so trocken sind die socken grad selten. der bürgermeister ist ein hammertyp. er und seine frau waren mitm fahrrad in nordschweden, er lief den maraton in new york in drei stunden, hats bei der ralleye paris dakar auf platz vier geschafft, ist im mittelmeer gesegelt und fliegt jetzt gern mit einer einmotorigen. mit dem wohnmobil waren er und seine frau z.b. in norwegen, ein schönes mobil von hymer, er hats mir gezeigt. nun, ich campe ohne dusche im zelt. was man für leuten begegnet, zu schön. in belgien wurde ich nach dem supermarkt eingeladen, so ein wunderschön eingerichtetes haus, wow. michel ist ingenieur und arbeitet in luxenburg, christine künstlerin arbeitet auch in luxemburg aber mit psychisch kranken in der kunsttheraphie. die jüngeren kinder studieren noch, der alteste illlustriert comics, der jüngste war zuhaus und spielte wunderschön klavier, er studierte erst musik und jetzt osteophatie, was die tochter studiert hab ich vergessen, aber ich hab in ihrem zimmer geschlafen, so ein bequemes bett. michel engagiert sich stark in einer initiative für regionalen strom aus windkraftwerken, sie wollen den strom nicht komplett dem grossen konzernen überlassen. interessant das man meist den leuten begegnet die ähnliches beschäftigt. michel und christine ziehen das zelt einem hotelzimmer vor und waren grad im rhonetal zelten, da geh ich bald durch. mein zelt hab ich drinnen zum trocknen neben ihres gestellt. ein superleichtes, riesenzelt von vaude. am nächsten tag hat michel mich wieder zum supermarkt gefahren wo sie mich eingeladen hatten. regen, sachen wieder nass. dann sonnenschein. später extremer regen für tage... zelt wieder nass, schlafsäcke und alles immer klammer. gestern bei robert, dem bürgermeister ähnlich. den ganzen morgen regen. ich ging um 3 uhr nachts los, weils bis 6 nicht regnen sollte. so war es auch. gefrühstückt, geduscht, sachen getrocknet, erzählt und weiter. draussen wars trocknen, kaum vor der tür fängts zu regnen an. ich nehm den rucksack ab um meine regenklamotten anzuziehen, robert deutet an das ich wieder reinkommen kann... aber ich will vorran. kurz drauf, extremer sturzregen. alles sofort von aussen nass, etwas später wandert der regen zum linken knie. aber im herzen bleibt es dank der gastfreundschaft bis heute warm. die hose muss ich trotzdem endlich reparieren. mit kerzenwachs vom teelicht ginge es, nur ist das nicht so dicht und anschliessend wirds schlecht mit ner ordentlichen reparatur. mein gaffa band hält nicht. nächstes mal panzerband von der bundeswehr. ich hab noch anderes gewebeband, aber grad ist das zeug wieder nass. mein linkes knie tut grad weh, bei kälte noch mehr. in neuen turnschuhen ist das wieder besser, immer wenn die schuhe schlechter werden. zuerst im hohen norden, das erste paar schuhe frisch runter. zuletzt nach dem die turnschuhe nen neue absätze hatten. extrem gut gemacht und trotzdem, schuhe besohlen bei der art von sohle, lieber nicht. die nächsten turnschuhe werden dann mein 6. paar schuhe. wenn ich mich jetzt aufraffe schaff ichs in bar-le-duc noch zu decatlon, in verdun hatte ich den laden verpeilt. nicht mit gerechnet und bei mcdonalds strom geladen und nach ladenschluss dran vorbei. die schuhe sind keinen monat alt und undicht, vielleicht gibts garantie? aber ich hab sie von decatlon aus essen, wohl eher nicht hier in frankreich. ich frag trotzdem. die sohle ist sonst wesentlich besser als vom 3. paar aus schweden mit der vibramsohle, die war nach dem ersten tag schon sichtbar abgelaufen. irre. die marke fällt mir nicht ein, deutscher schuh, 200 euro, der 70 euro schuh von decatlon ist besser, könnte nur ne dämpfende einlage vertragen, naja und heiles laminat... vielleicht haben sie auch silikon, dämpfende einlagen und ne gute billige regenjacke. also auf auf, trotz regen. der kommt nur schubweise. also packen. lücke warten, zelt abwischen, abbauen und 7 km bis in den ort, müsste klappen.

13:51

freitag, 15.01.2016


21:50
21:50
brille nummer 2, 22:18

sonntag, 17.01.2016


09:52

ich bin am freitag kurz vor 22 uhr hingefallen. mein linker schnürsenkel hat sich im rechten schuh verfangen, das wurde nur ein halber schritt mit dem linken bein, der nächste schritt mit dem rechten brachte mich dann komplett aus dem gleichgewicht und ich fiel lang nach vorne. wenn man erstmal fällt... ich hab versucht mich mit dem linken arm abzustützen. aber das ganze ging so schnell und 30 kg rucksack mit nem hohen schwerpunkt. ich bin auf die linke gesichtshälfte aufgeschlagen. brillenglas gesplittert, sofort überall blut. was mach ich! erstmal nen foto von den verknoteten schnürsenkeln. haha, erst dann schnürsenkel lösen, aufstehen, vorher wohl noch den rucksack ab. die wanderstöcke aufheben und mit rucksack an den nächsten baum. es schneit ist kalt. erste hilfe set raus und wunde desinfizieren, in den spiegel gucken. gucken ob ich das zelt direkt am weg aufbauen kann sollte mir später schwindelig werden und ich in ohnmacht fallen oder sollte ich mehr zeit zum verarzten brauchen. der platz war gut. ich gucke auf die karte, entschliesse mich zum nächsten haus zu gehen und von dort einen krankenwagen rufen zu lassen. ich suche noch vergebens meine brillenglasreste, will wie immer nichts zurücklassen. erstes haus am kanal, ein haus an der schleuse. licht, aber niemand öffnet. ich selbst konnte aber auch die klingel nicht hören. zum nächsten haus ein stück vom kanal weg, klingeln, kurzes hin und her drinnen, tür geht nur oben auf. ich bitte die ambulanz zu rufen. verständigungsschwirigkeiten. die untere hälfte der tür geht auf und ich werd reingebeten. soll mich setzten, lappen, warmes wasser, spiegel. kaffee? lieber nicht, danke... ich trinke ein glas wasser. ich frag nach einiger zeit nochmal nach der ambulanz, sie suchen im telefonbuch, telefonieren. erreichen niemanden, versuchen es nochmal. dann steht die frau auf, zieht jacke und schuhe an und fährt weg. kommt kurz darauf mit einem mann wieder. der mustert meine wunde und ruft den notarzt, fragt mich was für sprachen ich spreche und gibt mir den notarzt am telefon, der kann besser englisch. ich bin gefallen sag ich... nein ich habe das bewusstsein nicht verloren... usw. bis der notarztwagen kommt gibts lecker kekse. das zweite mal das ich mit einem bürgermeister in frankreich zu tun habe. die leute hier vertrauen ihrem bürgermeister und fragen ihren "mairie" um rat wenn was ist. das kenne ich so aus deutschland nicht. der krankenwagen kommt mit 3 personen. sie reinigen meine wunde, beobachten meine athmung, messen temperatur und herzschlag. dann gehts ins krankenhaus nicht ganz 30 km bis nach chaumont. auf der fahrt mach ich scherze mit der rettungssanitäterin. zwischendurch fahren sie mit blaulicht, ich hatte danach gefragt. dankeschön... notarztaufnahme, erneutes reingen der wunde. blut abnehmen aus dem finger. aua! das mag ich garnicht... tut mehr weh als der rest sag ich, lachen der krankenschwestern. ich geb meinen personalausweis, meine reiseversicherungsunterlagen und auch meine aktuell nicht gültige krankenkassenkarte und betone dies nochmal. ein junger italienischer arzt versorgt die wunde, wieder desinfizieren, dann wirds getaped. solche klebestreifen habe ich auch im erste hilfe set, medizinisches nähzeug ebenso, nur kann ich nicht beurteilen was sonst so mit meinem kopf ist usw. und ich bin ja zum glück dicht genug an der zivilisation. das hat bestimmt stark geblutet sagte der arzt, ist aber nur eine kleine wunde und daher näht er es nicht. gebrochen ist nichts. ich hatte kurz vorher schon gehört das ich wohl nur ambulant versorgt werde. ohhh, ich hatte mich aufs bett gefreut. wollte ich doch kurz vorm fallen bald mein zelt aufbauen. wo ich die nacht bleiben kann? im stadtpark ist eine überdachung. ok falsch formuliert. darf ich hier irgendwo im krankenhaus sitzen bis morgen die busse wieder fahren? er glaubt schon, ich soll vorne fragen. ich frage die frau in der anmeldung und sie vergewissert sich beim sicherheitsdienst, ich kann die nacht in der anmeldung der notaufnahme sitzen und schlafen, wenn ich einen kaffee, oder zur nacht besser einen kakao will soll ich bescheid geben. ich gucke musikvideos, lade meinen akkupack mit strom. später fragt sie mich erneut ob ich einen kakao und brot will, ja. zu gerne, danke. ich penne erst nicht. sitze bis um 4 uhr morgens, dann leg ich mich doch auf eine isomatte ohne den schlafsack rauszuholen und schlafe bis die putzfrau den raum durchwischt. mein verband ist durchgeblutet, ich frage nach einem neuen und dann gehe ich richtung bahnhof und mcdonalds. ich rufe bei meinen eltern an, meine mutter geht ran, ich erzähle vom sturz, wieviel glück ich hatte und das es mir gut geht. frühstück mit wlan und komischen blicken. ich will nicht so scheisse aussehen, oh man. aber das wird noch viel schlimmer werden die nächsten tage. dazu bin ich leicht erkältet und unausgeschlafen. draussen liegt schnee. ich möchte endlich in mein zelt und schlafen. der bus fährt um 15:11 uhr, also noch zu subway nen grosses sandwich. dann im wahnsinntempo der busfahrerin zurück. ich geb mich hin, habe bei dem fahrstiel innerlich mit meinem leben abgeschlossen und geniesse die fahrt. ich bin echt nicht mehr für diese geschwindigkeiten gemacht. das der bus nicht abhebt oder von der strasse springt. so schnell so knapp an anderen fahrzeugen, häusern vorbei. irre, und vollkommen normal wenn man selbst fährt. angekommen, 100 meter gehen, hier war ich vor ca. 19 stunden schonmal. ein, zwei kilometer weiter den unfallort anhand der baumrinde von den fotos finden. hoffen das ich mir das zersplitterte brillenglas nur eingebildet hab und suche danach. ich finde es, stark fragmentiert. ok, nochmal zurück zum haus des netten paars und danke sagen. er geht grad raus, sie ist nicht zuhaus. seine schnürsenkel sind offen. ich mahne! er erwidert das er ja nur schnell mal kurz draussen ist. zu gern hätte ich pralinen mitgebracht sage ich, aber der supermarkt war so weit weg. nochmal ein danke. er sagt was ich schon ein paarmal in frankreich auf ein danke gehört hab: normal. weiter gehts, wieder am unfallort, fast genau 20 stunden später, eine brille weniger, dafür ein zugequollenes auge und eine schmerzende schulter. helligkeit, blauer himmel und nicht schnee und dunkelheit. ich ruf meinen bruder an, ich hatte aus dem krankenhaus ne sms geschickt. ach und jonatan aus lulea/schweden war grad bei facebook online als ich nachts im krankenhaus war, er ist der einzige der bis jetzt nen bild von meinem gesicht gesehen hat, er ist hart im nehmen und ich wollts jemandem zeigen. später bei mcdonalds hab ich das thema bei der kommunikation ausgespart, zuviel erklärungen für jeden einzelnen. dann lieber einmal richtig für alle. eine nacht vorher war ich zu weit gegangen, hatte den anvisierten wald zum campen verpasst. rückwärts nimmer, vorwärts immer... ich hätte mir das höhenprofil vom nächsten wald besser angucken sollen. 45 grad steil hoch. das ist irre steil. dann kam ne wand mit 80 grad. keine chance bei dem untergrund, viel zu gefährlich nur der versuch dichter ranzukommen. auf einem schmalen pfad den ich finde weiter am berg lang zum gemässigtern höhenprofil, erst 30 grad hoch, krass steiler weg, aber nen weg. dann gemässigt steil aber überall umgefallene, teils morsche bäume. dann ewig dicht zugewuchert. 20, 30 bäumchen aufm quadratmeter. eine ebene fläche. juchu. zelt aufbauen, eineinhalb stunden krasse zeltplatzsuche gehen vorbei. zurück gehen am nächsten morgen war auch nicht einfach, trotz licht und verzicht auf den steilen hang. als ich später am tag mal auf der falschen seite des kanals gehe, weil ich übersehen hatte an der brücke die seite wechseln zu müssen, laufe ich nicht zurück als ein baum krass den weg versperrt und der weg sich verläuft. ich geh weiter. kurz darauf dicht am kanal, rutschig, matisch, schräg. aber nein ich renn nicht zurück. ist ja interessant hier. und wo falle ich später? auf einem graden, gut ausgebauten weg. als ich heute nacht nach all dem wieder im zelt war, danke ich gott. ein paarmal hintereinander, vollkommen ernst gemeint. welchem? dem lieben gott halt. ich danke das mir nichts schlimmes passiert ist. ich bin kein freund von religionen und doch mag ich sie alle, da die religionsstifter alle eine tolle philosophie hatten, erleuchtet wurden oder was auch immer. aber meiner meinung nach sollte man alle anderen damit in ruhe lassen. im falschen ohr wird hass daraus. bzw. nutzen einige menschen jegliche philosophie, religiösität für ihre macht aus. einer lebendigen spiritualität kann dies so nicht passieren. sie schliesst nicht aus, sucht nach wahrheit und ist voll liebe für alles. ich hoffe das mehr und mehr menschen ihre eigene religiösität finden und die machtstrukturen der religionen den rücken kehren und erkennen oder sie besser sein lassen und sich anderem widmen. ich jedenfalls ärgere mich viel über religionen. hier überall der tote jesus am kreuz, fast zur mahnung wie eine tote krähe im baum. naturreligionen sind mir grad sehr nah und natürlich einfach der liebe gott. vom aktuellem dalai lahma laß ich mal, man solle den gott seiner kindheit auf dem weg der erkenntnis nicht verbannen, da er eine starke wurzel zum guten darstellt. was ich damit ausdrücken will wird vielleicht nicht klar. aber das ist auch nicht so wichtig. wichtig nur: alles was wir haben ist das leben, geniessen, leben wir es, es wird nicht mehr. heute nacht solls noch kälter werden als diese, dann wieder wärmer und regen. ich hoffe ich finde eine möglichkeit meine schlafsäcke zu trocknen sonst wirds eine sehr kalte nacht. ich bin erkältet, mein rechtes auge ist zugeschwollen und bei diesem zeltplatz suchen gestern wie sonst auch durchs gebüsch, nur äste knallen mir jetzt grad ungern ins gesicht, den zeltplatz von ästen befreien, das nächtliche bäumchen rausreissen und dornen wegschneiden drückt grad etwas im kopf und trotzdem will ich nichts anderes als zu fuss nach tarifa, schön etwas zu machen mit dem man einverstanden ist, etwas das man wirklich will...

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